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    Die Phlegräischen Felder

    Der Golf von Pozzuoli ( Foto NASA )
    Der Golf von Pozzuoli ( Foto NASA )
    Die Region Kampanien
    Die Region Kampanien
    Lage und Ausdehnung
    Die Phlegräischen Felder (italienisch: Campi Flegrei) sind ein Gebiet mit hoher vulkanischer Aktivität in der westitalienischen Region Kampanien.
    Kampanien ist eine Region an der Westküste von Italien. Es wird nordwestlich von Latium, östlich von Apulien, südöstlich von der Basilicata begrenzt. Hauptstadt dieser Region ist Neapel. Sie besteht aus den Provinzen Avellino, Benevento, Caserta, Neapel und Salerno. Kampanien hat eine Ausdehnung von 13.595 km². Die rund 5,8 Millionen Einwohner konzentrieren sich größtenteils im Ballungsgebiet von Neapel. Wirtschaftlich wichtig sind Weinbau und Tourismus. Die Gegend um den Vesuv ist wegen der fruchtbaren Vulkanerde sehr günstig für die Landwirtschaft. Die Phlegräischen Felder dehnen sich über ein Gebiet von mehr als 150 km² aus. Sie beginnen in der unmittelbaren Nähe der Stadt Neapel und setzen sich entlang der Küste des Mittelmeeres bzw. des Golfes von Neapel fort. Im Süden dehnen sie sich untermeerisch aus und schließen hierbei auch das Gebiet der Inseln Ischia und Procida (im Südwesten) sowie Nisida (im Südosten) ein. Wichtigster Ort der Region und zugleich Ausgangspunkt für viele Touristen ist die Ortschaft Pozzuoli. Der vulkanisch geprägte Ort ist das wichtigste Zentrum der Phlegräischen Felder. Auf Gemeindegebiet befindet sich die Solfatara. Nur wenig landeinwärts der heutigen Küstenlinie liegen in der Stadtmitte die Ruinen des Macellum, eines Marktes im Bereich des antiken Hafens: Etwa 4 m unterhalb des heutigen Straßenniveaus und 2 m unterhalb des heutigen Meeresniveaus stehen einige Säulenreste, die ab 3,6 m Höhe nach oben hin ein 2,7 m breites Band von Löchern mariner Bohrmuscheln aufweisen. Diese sind ein Beleg dafür, dass sich die Erdkruste seit Errichtung der Bauten hier mehrfach gesenkt und gehoben hat, so dass die Säulen zeitweise in Schlick und Wasser versunken waren.
    Vulkanische Aktivität
    Der Boden der phlegräischen Felder kann durch die vulkanische Aktivität sehr heiß werden. Es gibt neben Solfataren und Mofetten unzählige Thermalquellen und Fumarolen. Einige Stellen des Gesteins sind durch die aufsteigenden Schwefeldämpfe gelb gefärbt. Auf dem gesamten Gebiet gibt es mehr als 50 Eruptionsherde. Wobei sich manche davon untermeerisch im Golf von Pozzuoli verbergen. Der letzte größere Ausbruch fand im Jahre 1538 statt. Er dauerte tagelang. Aus dem ausgeworfenen Material entstand ein neuer Berg - der Monte Nuovo. Vor ca. 39.000 Jahren gab es eine Eruption in dem Bereich, welche die Zuordnung der Phlegräischen Felder zur Kategorie der Supervulkane rechtfertigen. Ursache der Bewegungen (Amplitude insgesamt über 10 m) ist der hier überall tätige Vulkanismus (z. B. Phlegräische Felder, Vesuv). Das Auf und Ab ist z. T. ausgesprochen abrupt: Am 29.09.1538 entstand wenige Kilometer westwärts der Vulkan Monte Nuovo, was bei Pozzuoli in nur 2 Tagen zu einer Bodenhebung von 6 m führte. Auch in letzter Zeit hob sich das Gelände in den nur 2 Jahren zwischen 1984 und 1986 um 1,8 m. Das brachte große Probleme für den Hafen mit sich, und Teile der Altstadt mussten wegen Einsturzgefahr geräumt werden. Ein Teil des Golfs von Neapel stellt vermutlich eine Caldera dar.
    Der Name der Felder leitet sich vom griechischen phlegraios ab, was soviel wie brennend oder glühend bedeutet. Eine der frühesten Beschreibungen der Felder finden sich bereits in den Aufzeichnungen des römischen Dichters Vergil, der sie in seinem Werk Aeneis erwähnt.
    Der Vulkan Solfatara
    Das Alter von Solfatara ist nicht genau bekannt, aber es ist davon auszugehen, dass der Krater während der Aktivitätsphase vor 36000 bis 38000 Jahren entstanden ist. Die letzte starke vulkanische Aktivität fand vor 4000 Jahre statt. Aus dem 12. Jahrhundert n. Chr. sind phreatische Eruptionen bekannt. Die vulkanische Aktivität der Phlegräischen Felder endet im Jahre 1538 mit dem Ausbruch und der Entstehung des Monte Nuovo. Hierbei wurden innerhalb von 10 Tagen 0,04 km3 Material ausgeworfen. Der Eruption war eine Hebung des Geländes um mehrere Meter während der vorhergehenden Jahrzehnte vorausgegangen. Seit den 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts gab es mehrere Perioden seismischer Aktivität in Verbindung mit Hebungen und Senkungen des Areals um bis zu 200 cm. Während der Aktivitätsphase von 1982 bis 1984 kam es zu einer Hebung um zwei Meter im Bereich von Solfatara, aufgrund der Bildung einer kleinen Magmakammer und der damit zusammenhängenden Hitzezufuhr an der Basis der Kammer. Den größten Hebungsbetrag gab es im Bereich von Pozzuoli. Der Hebungsbetrag nahm zu den Rändern der Phlegräischen Felder hin ab. Diese Aktivitätsphase war von 16.000 Beben begleitet. Zu Unterscheiden waren zwei Erdbebentypen. Zum einen High Frequency-Beben, verursacht durch Strike-Slip-Brüche und zum anderen Low Frequency-Beben, ausgelöst durch Magma- und Fluidbewegungen. Diese Fluide bewegen sich entlang der entstandenen Frakturen an die Oberfläche, da sie Schwächezonen darstellen. Solfatara liegt 1,5 km Östlich von Pozzuoli und ist ein ungefähr 700 m langer und 600 m breiter Krater, der durch seine Fumarolen-Tätigkeit charakterisiert ist. Die Kraterebene ist flach und weist ein Relief von weniger als 1,5 m auf. Beim Gang durch den Krater klingt der Untergrund hohl. Im Nord-Osten und Süden hat der Krater steile Flanken von über 70° Steigung. Im Westen ist die Kraterflanke nicht mehr vorhanden. Im Krater befinden sich mehrere Fumarolen, einige davon an der SE-Wand des Kraters. Die Gase strömen hier mit bis zu 160 °C aus. Der größte Anteil in den Fumarolenausstößen ist Wasserdampf. Bei diesem Wasser handelt es sich um meteorisches Wasser. Des Weiteren enthalten die Fumarolenausstöße viele Schwefelverbindungen, die dazu führen, dass es im ganzen Gebiet stark nach Schwefel riecht. Um die meisten Fumarolen haben sich Ablagerungen von Schwefel niedergeschlagen, die namensgebend für Solfatara waren. Auch heiße Schlammgruben säumen den Krater von Solfatara.
    Pozzuoli  Pozzuoli ist eine Stadt in der italienischen Region Kampanien, westlich von Neapel, am Golf von Neapel. Nur wenig landeinwärts der heutigen Küstenlinie liegen in der Stadtmitte die Ruinen des Macellum, eines Marktes im Bereich des antiken Hafens: Etwa 4 m unterhalb des heutigen Straßenniveaus und 2 m unterhalb des heutigen Meeresniveaus stehen einige Säulenreste, die ab 3,6 m Höhe nach oben hin ein 2,7 m breites Band von Löchern mariner Bohrmuscheln aufweisen. Diese sind ein Beleg dafür, dass sich die Erdkruste seit Errichtung der Bauten hier mehrfach gesenkt und gehoben hat, so dass die Säulen zeitweise in Schlick und Wasser versunken waren.
    Ursache der Bewegungen (Amplitude insgesamt über 10 m) ist der hier überall tätige Vulkanismus. Das Auf und Ab ist z. T. ausgesprochen abrupt: Im Jahr 1538 entstand wenige Kilometer westwärts der Vulkan Monte Nuovo, was bei Pozzuoli in nur 2 Tagen zu einer Bodenhebung von 6 m führte. Auch in letzter Zeit hob sich das Gelände in den nur 2 Jahren zwischen 1984 und 1986 um 1,8 m. Das brachte Probleme für den Hafen mit sich, und Teile der Altstadt mussten wegen Einsturzgefahr geräumt werden.
    Monte Nuovo Er entstand im Jahr 1538 beim bisher letzten Vulkanausbruch in den Phlegräischen Feldern. Dieser Ausbruch dauerte 10 Tage und förderte große Mengen von Asche und Lava. Dabei wurde ein angrenzendes Maar - der Lago d'Averno - teilweise verschüttet und seine Verbindung zum Meer geschlossen. Er ist 140 m hoch.
    kochenendes Schlammbecken im Solfatara Krater ( Foto Sabine Dratwia)
    kochenendes Schlammbecken im Solfatara Krater ( Foto Sabine Dratwia)
    Hinweisschild ( Foto Sabine Dratwia )
    Hinweisschild ( Foto Sabine Dratwia )
    stinkender Fumarolenausstoß ( Foto Sabine Dratwia )
    stinkender Fumarolenausstoß ( Foto Sabine Dratwia )
    ein Blick vom Kraterrand, im Hintergrund sieht man das Meer ( Foto Sabine Dratwia )
    ein Blick vom Kraterrand, im Hintergrund sieht man das Meer ( Foto Sabine Dratwia )
    Die Ruinen des Macellum ( Foto Sabine Dratwia )
    Die Ruinen des Macellum ( Foto Sabine Dratwia )
    Der Hafen von Pozzuoli ( Foto Sabine Dratwia )
    Der Hafen von Pozzuoli ( Foto Sabine Dratwia )
    Der Lago d'Averno mit dem Monte Nuovo im Hintergrund ( Foto Sabine Dratwia )
    Der Lago d'Averno mit dem Monte Nuovo im Hintergrund ( Foto Sabine Dratwia )
    meine Reisegruppe ( Foto Sabine Dratwia )
    meine Reisegruppe ( Foto Sabine Dratwia )
    ...in des Teufels Schwefelsauna ( Foto Sabine Dratwia )
    ...in des Teufels Schwefelsauna ( Foto Sabine Dratwia )