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    Pyroklastischer Strom am Mayon auf den Philippinen ( Foto USGS )
    Pyroklastischer Strom am Mayon auf den Philippinen ( Foto USGS )
    Laharabgang bei einem Ausbruch des Mt. St. Helens im März 1982 ( Foto USGS )
    Laharabgang bei einem Ausbruch des Mt. St. Helens im März 1982 ( Foto USGS )
    Der Tsunami im Dezember 2004 in Thailand ( Foto David Rydevik )
    Der Tsunami im Dezember 2004 in Thailand ( Foto David Rydevik )
    Lake Nyos
    Lake Nyos

    Gefahren bei einem Vulkanausbruch

    Je nach Zähigkeit des Magmas gibt es unterschiedliche Vulkan-Typen:
    Pelee Vulkane stoßen heiße, mit Felstrümmern gespickte Giftgaswolken explosionsartig hoch. Explosionen gibt es auch bei Vesuv – und vor allem den unberechenbaren Krakatau – Typen, dort wird mitunter sogar die Bergkuppe weggesprengt. Die stets vor sich hin brodelnden Stromboli Vulkane und erst recht die dünnflüssige Lava ausströmenden Mauna Loa Vulkane sind dagegen recht harmlos.
    Die chemische Zusammensetzung des Magma, speziell sein Gehalt an Gasen, Wasser und Kieselsäure ist die Ursache der unterschiedlichen Gefährlichkeit der Vulkane. Magma mit wenig Wasser und Kieselsäure ist dünnflüssig; die Lava fließt ruhig aus dem Krater und bildet einen breiten, flachen Schildvulkan wie etwa der Mauna Loa auf Hawaii. Bei hohem Wassergehalt aber wenig Kieselsäure wird die Lava samt festem Auswurf eruptiv in die Luft geschleudert; es bildet sich ein Vulkan mit steilen Kegel wie etwa der Stromboli in Italien.
    Sehr gefährlich sind die Vulkane mit zähen, kieselsäurereichen Magma wie der Vesuv. Es verstopft dann nämlich immer wieder den Schlot; steigt der Druck aus dem Erdinneren, treibt er irgendwann den Stopfen mit Gewalt heraus. Dabei kann die glutflüssige Masse mit Überschallgeschwindigkeit emporschießen und zu feiner Asche zerteilt werden die der Wind weit übers Land verteilt.
    Und extrem gefährlich wird es wenn der Pfropfen so fest ist das ihn der Gasdruck nicht beseitigen kann. Dann suchen sich, wie der Vulkandom Mont Pelee, die Gase Nebenwege an den Kraterflanken oder sprengen schließlich, wie beim Krakatau, den gesamten Berg in die Luft.
      
    Pyroklastische Ströme
    Eine weitaus größere Gefahr als die Lavaströme stellen die pyroklastischen Ströme dar, die auch als Glutwolken und Ascheströme bezeichnet werden. Von allen vulkanischen Gefahren sind sie die tödlichste. Ihre Dichte und ihr Gehalt an überhitzten Gasen sind so groß das Bimssteine, Glaspartikel, selbst größere Trümmer mit eingeschlossenen Gasen eine Masse ( Glutlawine ) bilden, die sich wie eine Flüssigkeit bewegt und sogar hangaufwärts fließen kann. Pyroklastische Ströme sind bis 800° C heiß und können mit Geschwindigkeiten bis zu 500 km/h die Hänge des Vulkanes herabstürzen. Die Flucht vor diesem Strom erweist sich meistens als unmöglich.
    Lahars
    Ähnlich zerstörerisch, aber in ihrer Entstehung zu unterscheiden, sind die bei Vulkanausbrüchen auftretenden Lahars. Es sind Schlammströme aus einem Gemisch von heißer Asche, Blöcken und Wasser. Sie entstehen, wenn sich Wasser aus Kraterseen, aus starken Regenfällen oder durch Schnee – und Eisschmelze mit den vulkanischen Förderprodukten mischt und an den Flanken eines Vulkans abfließt. Ein Lahar kann Geschwindigkeiten bis zu 100 km/h erreichen, vor allem, wenn er in ein enges Tal mündet. Die Temperatur ist deutlich niedriger als die der Glutwolken aber ihre Zerstörungskraft kann sehr hoch sein weil Lahars eine hohe Dichte und ein großes Volumen haben. Als Beispiel sei der Ausbruch des Nevado del Ruiz erwähnt. 20 Millionen Kubikmeter heiße Asche und Gestein wurden bei der Explosion des Feuerbergs Nevado del Ruiz in Kolumbien im Jahr 1985 ausgeworfen. Das vulkanische Material und die Wolken verbreiteten sich über den schneebedeckten Gletscher und ließen große Mengen davon abtauen. Eine explosive Mischung aus heißer Lava, Asche, geschmolzenem Schnee und Schlamm entwickelte sich und bahnte sich seinen Weg Richtung Tal. Knapp zweieinhalb Stunden nach dem Ausbruch erreichte einer dieser Lahars die 74 Kilometer vom Explosionskrater entfernt gelegene Stadt Armero und begrub sie unter einer dicken Schlamm- und Geröllschicht. Fast alle Einwohner der Stadt – 22.000 Menschen - kamen bei dieser Katastrophe ums Leben.
    Tsunamis
    Als besondere zerstörerische Sekundäreffekte bei Erdbeben und Vulkanausbrüchen treten sogenannte Tsunamis auf (japanisch: tsu=Hafen, nami=Welle ). Liegt ein Epizentrum unter dem Meeresboden, wie es in Lissabon 1755 der Fall war, und zwar im Bereich der Azoren, dann können riesige Wellen entstehen mit bis zu 100 km Wellenlänge aber mit einer geringen Wellenhöhe so dass man sie auf See kaum wahrnimmt. Das gilt für Seebeben aber auch für untermeerische Vulkanausbrüche. Gelangen diese Wellen in Küstennähe in flachen Wasser dann verlangsamt sich zwar die Geschwindigkeit, gleichzeitig steigt aber die Höhe um ein Vielfaches, gelegentlich bis auf mehr als 30 Meter. Alle strandnahen Bereiche werden dann mehrmals überflutet und von der großen Energie der Wellen zerstört. Als größtes Tsunami-Ereignis gilt das von Lissabon am 1. November 1755. 60.000 Menschen, nicht nur in Lissabon, kamen durch die Flutwellen, die bis zu 10 m Höhe erreichten, ums leben. 1896 – beim Erdbeben auf Honshu, Japan – waren die Tsunami 24 m hoch und ca. 26.000 Menschen fanden den Tod. Das Erdbeben von Messina 1908 forderte insgesamt 65.000 Menschenleben, viele davon wurden durch einen bis zu 12 m hohen Tsunami getötet, weil sie aus den Häusern gestürzt und an den Strand gelaufen waren. Die Küstenstreifen Javas und Sumatras wurden beim Ausbruch des Krakatau von fast 30 m hohen Wellen erfasst, die weit ins Land eindrangen und große Zerstörungen anrichteten.
    Die Giftgaswolke
    Im Hochland des westafrikanischen Kamerun verzieren über 30 Seen die hügelige Landschaft mit ihren grünen Tälern. Die ruhigen Seen erstrecken sich wie die Perlen einer Kette vom Atlantik bis zum Tschadsee quer durch das Land. Doch ihre Idylle ist trügerisch, denn die stillen Wasser sind Kraterseen und bergen ein furchtbares Geheimnis. Einer von ihnen tötete am 21. August 1986 lautlos und auf grausame Weise nahezu 2000 Menschen und 3000 Tiere. Die Einwohner des Dorfes Lower Nyos beachteten das laute Geräusch nicht, das vom Lake-Nyos aus einer Meile Entfernung herüberschallte, denn die meisten schliefen noch. Diejenigen, die es vernahmen, konnten nicht ahnen, daß der Lärm, der demjenigen eines tieffliegenden Flugzeugs ähnelte, die Freisetzung einer riesigen Gaswolke aus tödlichem Kohlendioxid ankündigte. Die Giftwolke war 50 Meter hoch und zog still, alles Leben erstickend, durch das Tal. Der Lake-Nyos ist ein kleiner See, der einen tiefen Vulkankrater ausfüllt. Über Jahrhunderte strömten Kohlendioxid und andere Gase aus Spalten in den See und sammelten sich in den tiefen Wasserschichten, die mit den Gasen übersättigt wurden. Solche Vorgänge finden weltweit in vielen Vulkanseen statt. Jedoch wird das Wasser der meisten Vulkanseen durch jahreszeitliche Temperaturschwankungen und starke bis stürmische Winde bewegt und vermischt. Durch die tropische Sonne in Kamerun bleibt das stark erwärmte und somit leichtere Oberflächenwasser stets über dem kalten Tiefenwasser. Zwar entweichen kleinere Mengen an Gas unbemerkt in die Atmosphäre, der größte Teil wurde aber am Grund des Sees angereichert. Vermutlich durch einen kleineren Erdrutsch oder eine kleine Vulkaneruption wurde dieses Gleichgewicht der Wasserschichtung gestört, wodurch das Kohlendioxid an die Oberfläche gelangte. Das tödliche Gas perlte aus und eine riesige Wolke, die schwerer als Luft war, zog entlang der Bodenoberfläche in die Täler. Bis sie sich auflöste erstickten fast 2000 Menschen in ihr. Rettungsmannschaften, die Tage später eintrafen, berichteten, daß alles Leben vollständig vernichtet war. Nichteinmal eine Fliege schwärmte zwischen den toten Menschen und Tieren. Es war so, als wäre eine Neutronenbombe gezündet worden.