Lanzarote - eine traumhafte Insel
Lage und Ausdehnung
Lanzarote ist die nördlichste des Kanarischen Archipels. Eine aus sieben Hauptinseln und sechs kleineren Inseln, auf der Höhe von Marokko/Westsahara gelegenen Inselgruppe. Vom afrikanischen Kontinent liegt Lanzarote ca. 130 km entfernt.
Die gesamte Fläche der Kanarischen Inseln beträgt 7541 km²;, davon entfallen 795 km²; auf Lanzarote. Damit ist sie die viertgrößte Insel des Kanarischen Archipels. Auf dem Eiland leben ca. 85.000 Menschen. Amtssprache ist, wie auf dem Festland auch, spanisch. Etwa 80% der erwerbstätigen Bevölkerung lebt direkt oder indirekt vom Tourismus.
Die Lage der Kanaren: Von 27°38´und 29°35`nördlicher Breite und von 13°20`bis 18°14`westlicher Länge.
Die Geologie der Kanarischen Inseln:
Bis gegen Ende des 20. Jahrhunderts vermutete man, daß die Kanarischen Inseln Teile des afrikanischen Kontinents waren. Die heutige Forschung hat aber ergeben, daß die Kanaren durch Erhebungen aus rund 4.000m tiefen Schollenbruchstücken des Atlantikbodens entstanden sind. Tektonische Kräfte aus dem Zusammenstoß der eurasischen und der afrikanischen Platte haben den ostwärts driftenden Ozeanboden gestaucht, zerbrochen und ineinander geschoben, wobei sich die so entstanden Schollenbruchstücke wie Keile unterschiedlich nach oben schoben. Entlang den Bruchstellen quoll seit dem mittleren Teritär Magma aus dem Erdmantel nach oben. 1999 barg man bei einer Expedition mit dem Forschungsschiff „Meteor“ Gesteinsproben aus bis zu 2.500 m Wassertiefe. Alle Gesteine waren vulkanischen Ursprungs. Die Kanarischen Inseln sind also tatsächlich in zahlreichen Eruptionen und mehreren Entstehungsphasen vom Meeresboden her aufgebaut. Lanzarote und Fuerteventura tauchten ca. vor 16 – 20 Mio. Jahren aus dem Meeresspiegel hervor. Nach Westen hin nimmt das Alter der Kanareninseln ab: Gran Canaria entstand vor ca. 15 Mio. Jahren, Teneriffa und La Gomera vor ca. 10 Mio. Jahren und die jüngsten Inseln La Palma und El Hierro sind gerade mal 1-2 Mio. Jahre jung.
Vulkanismus auf Lanzarote
Auf keiner anderen Kanarischen Insel ist die Landschaft derart von Vulkanismus geprägt wie auf Lanzarote. Über die Insel verteilen sich rund 300 Vulkankegel, die zwischen 400 und 600m hoch sind.
Vor ca. 20 Mio. Jahren hatte Lanzarote natürlich nicht die heutige Gestalt, sondern war ein kleines Eiland im Bereich des heutigen Gebirgszuges Los Ajaches im Süden der Insel. Im Laufe der Jahrmillionen kam im Norden der Risco de Famara hinzu. Vor ca. 1 Mio. Jahren bildeten weitere Vulkanausbrüche die Mitte der Insel. Auch in den letzten tausend Jahren ereigneten sich Vulkanausbrüche, die das Landschaftsbild prägten und veränderten. Vor ca. 3.000 Jahren gab es schwere Ausbrüche im Norden der Insel. Dabei entstand der prächtige Berg Monte Corona und der mit 7 km längste Lavatunnel der Welt.
Die berühmtesten Eruptionen auf Lanzarote ereigneten sich in den Jahren 1730 bis 1736 im heutigen Gebiet des Nationalparks Timanfaya und verwüsteten mit seinen ca. 100 Feuerbergen ein Viertel der gesamten Inselfläche. Das damals fruchtbare und Landwirtschaftlich genutzte Gebiet wurde zusammen mit mehreren Dörfern unter einer meterdicken Lavaschicht begraben. Heute erscheint uns dieses Gebiet wie eine bizarre Mondlandschaft. Die bisher letzten Vulkanausbrüche fanden im östlichen Teil des Timanfaya Nationalparks im Jahre 1824 statt. Heute lassen die hohen Temperaturen, die in der Timanfaya-Region nur wenige Meter unter der Erdoberfläche gemessen werden, darauf schließen, daß die vulkanische Tätigkeit noch lange nicht beendet ist. Große Teile von Lanzarote sind mit Lavaschollen und Platten bedeckt, die entstehen wenn bereits abgekühlte, zähflüssige Lava durch nachfolgende heißeren Massen zusammengeschoben und aufgebrochen wird. Dieses Land wird als „malpais“ bezeichnet, was so viel heißt wie : schlechtes Land – landwirtschaftlich nicht mehr nutzbar. Ebenfalls ist Lanzarote von Lockerprodukten sprich Lapilli, Aschen und Schlacken ( Größe von 0,2 cm bis 6,4 cm ) übersät. Diese Lockerprodukte entstehen wenn Magma beim Ausbruch durch hohen Gasdruck zerstäubt und mit dem Wind, also nicht nur am Krater, verteilt wird. Die Lapilliflächen werden heute landwirtschaftlich genutzt da die Lockerprodukte sehr nährstoffhaltig sind und zum anderen als Feuchtigkeitsspender dienen. Die Magmaprodukte auf Lanzarote sind größtenteils basaltischen Ursprungs, haben eine blauschwarze, rostrote und gelbliche Färbung angenommen. Man findet öfters das grau-grünliche Olivin, ein schöner Vulkan-Halbedelstein.
Klima und Wasser auf Lanzarote
Lanzarote besitzt keine natürlichen Quellen und auch Grundwasser gibt es so gut wie gar nicht. Von alters her wurde und wird immer noch Regenwasser in Zisternen gesammelt. Man versuchte dem akuten Wassermangel mit Wasserlieferungen per Schiff entgegenzusteuern. Mit dem Beginn des Massentourismus musste man sich aber eine andere Lösung einfallen lassen. Heute werden mehr als 90% des Süßwassers auf Lanzarote in Meerwasseraufbereitungsanlagen hergestellt. Niederschläge kommen auf der Insel recht selten vor, allenfalls im Herbst /Winter, mitunter regnet es jahrelang überhaupt nicht. Da auf Lanzarote höhere Berge fehlen, ziehen die Passatwolken vorbei. Die Kanarischen Inseln liegen im Einflussbereich des beständigen Nordostpassats. Die Temperaturen sind das ganze Jahr relativ gleichbleibend. Im Sommer durchschnittlich bei ca. 24°, im Winter bei ca. 19° C. Das Klima wird durch den Passat, das Azorenhoch und dem Kanarenstrom bestimmt. Obwohl die Inseln im subtropischen Breiten liegen, wird es auf den Inseln niemals unerträglich heiß. Der Kanarenstrom mildert den heißen Passatwind erheblich ab. Deswegen werden die Inseln auch als „Inseln des ewigen Frühlings“ bezeichnet.
Die Besonderheiten der Insel
Der Lavatunnel oder auch Höhle: Cueva de los Verdes, entstanden durch den Ausbruch des Vulkans La Corona. Der Vulkan La Corona ist mit 609m die höchste Erhebung im nördlichen Lanzarote. Der Lavatunnel, entstanden beim Ausbruch um 3.000 und 1.000 v. Chr., hat eine Länge von ca. 7 km und reicht sogar bis ins Meer hinein.Dieses Tunnelsystem diente früher als Schlupfwinkel um sich vor Piratenangriffen zu schützen.Auch wären die Werke des Künstlers Cesar Manrique zu erwähnen. Er gestaltete maßgeblich die Architektur der Insel mit. Der Kaktusgarten in Guatiza wurde durch ihn angelegt. Ein unübersehbarer, grün angestrichener Metallkaktus an der Hauptstraße von Guatiza weist den Weg zu dieser sehr schön angelegten Anlage, auch Jardin de Cactus genannt. Hier kann man ca. 1420 Kakteenarten bewundern, eingefasst in einer einzigartigen Gartenlandschaft mit vielen Treppen und kleinen Gewässern (siehe Fotos ). Über diesen Garten steht eine Molino, eine gut erhaltende Mühle aus dem 18. Jahrhundert.
Castillo de Guanapay, auch Castillo de Santa Barbara genannt. Erbaut auf dem 452m hohem Vulkankegel Guanapay. Dieser Wachturm - oder auch Festung - sollte vor Piratenangriffen schützen. Erbaut in der nähe von Teguise, der damaligen Hauptstadt von Lanzarote. Heute als Museum zu besichtigen.
Parque Nacional de Timanfaya Erstarrte Lavaflüsse und weite Lavafelder, Vulkankegel, in Schwarz- Braun- und Rottönen schimmerndes Gestein … die Montanas del Fuego, die Feuerberge im Südwesten der Insel, sind Lanzarotes bedeutendste Sehenswürdigkeiten. Diese 85 km²; große Fläche um die Feuerberge herum, steht unter Naturschutz. Die spanische Bezeichnung Montanas del Fuego ist möglicherweise eine Übersetzung des Wortes Timanfaya, welches bei den Ureinwohnern wahrscheinlich so etwas wie Feuerberg hieß. Der Timanfaya selbst ist mit 510m der höchste Berg in dieser Region. Timanfaya war aber auch der Name eines Dorfes, das bei den Vulkanausbrüchen von 1730 bis 1736 begraben wurde. Eine Besonderheit sind die hohen Temperaturen, die in diesem Gebiet noch herrschen. Am Islote de Hilario, dem Krater, an dem das Restaurant El Diablo erbaut wurde, werden mit die höchsten Temperaturen gemessen - nur 10cm unter der Erdoberfläche 140°C, in 6 m Tiefe bereits Temperaturen um die 400°C. Nach Schätzungen von Geologen und Vulkanologen ist in einigen Kilometern Tiefe noch flüssiges Magma zu finden.Anhand einiger Vorführungen wird dieses Touristen verdeutlicht.
Bombenexkursion Unter hohem Druck werden bei Vulkanausbrüchen mitunter riesige Gesteinsmassen herausgeschleudert, die dann in einer Rotation zu einer runden Form erstarren. Eine besonders große Vulkanbombe findet sich östlich des Nationalparkes, nahe der Caldera Colorada. Mit einem Durchmesser von ca. 4m ein wirklich stattliches Exemplar.
( Besucht im Mai 2003 )