Zurück zur Startseite
  • Sizilien und der Ätna
  • Liparische Inseln
  • Stromboli
  • Vulcano
  • Lanzarote
  • Santorini
  • Die Vulkan-Eifel
  • Die Türkei
  • Vesuv, Pompeji & Herkulaneum
  • Die Phlegräischen Felder

  • In Zusammenarbeit mit VolcanoDiscovery
    Zurück zur Startseite

    Vulkaninsel Santorini

    Die Insel Santorini ( Foto www.kalliste.de )
    Die Insel Santorini ( Foto www.kalliste.de )
    Santorini:
    „Wenn ich meine Augen von dem Feuerherd ablenke, trinkt sich der Blick voll an der märchenhaft schönen Landschaft: die schwarze Kraterwand, hoch oben die weißen Häuschen der Insel wie eine Kette weißer Korallen auf schwarzem Samt und zerklüfteten Klippen ….. gegen das tiefe blau des Himmels gereckt ….“
    ( Franz Spunda )
    cycladesmap_santorini.JPG,santorini_map_satellite.JPG,10041772.jpg


    Lage und Ausdehnung:
    Mehr als 2000 Inseln liegen über das östliche Mittelmeer verstreut, 200 davon bilden das Archipel der Ägäis/Kykladen. Ihren Namen leiten die Kykladen von „kyklos“ ( Kreis ) ab, weil sie sich wie ein Kranz um das im Altertum heilige Delos legten. Die meisten bestehen nur aus nackten Felsbrocken und sind auf keiner Landkarte verzeichnet. Lediglich 8 Kykladeninseln sind größer als 100 km². Geologisch betrachtet stellen die Inseln der Ägäis die Gipfel eines im Tertiär versunkenen Gebirgszuges dar, der einst das Festland mit Asien verband. Die Inseln bestehen vorwiegend aus Granit, Kalk und Marmor. Einige, wie z.B. Milos und Santorini, sind vulkanischen Ursprungs. Santorini gehört zu Griechenland. Griechenland hat eine Fläche von 131.957 km², wovon  106.791 km² Festland sind. Der höchste Berg ist der Olymp mit einer Höhe von 2917m. Die Regionen Griechenlands sind: Nordgriechenland, Athen, Peleponnes und Kreta sowie die Ägäisinseln ( Kykladen )
    Geologie von Santorini:
    Santorini ist die südlichste und ungewöhnlichste Insel der Kykladen. In der Antike trug die Insel den Namen: „Kallisti“ ( die Schöne ) oder „Strongyle“ ( die Runde ). Später kam der Name „Thera“ ( die Wilde ) auf.Erst im 13. Jahrhundert gebrauchte man den Namen Santorini, abgeleitet von der Schutzheiligen „Santa Irini“
    Ihre eigentümliche, sichelförmige Gestalt verdankt die Insel vielen Vulkanausbrüchen. Ihre heutige Form entstand durch einen gigantischen Vulkanausbruch vor ca. 3600 Jahren. Um 1645 v. Chr. ereignete sich diese so genannte Minoischen Eruption. Das Desaster, welches wahrscheinlich die größte in der Welt bekannte Vulkanexplosion hervorgerufen hat, nahm riesige Ausmaße an. Der zentrale Teil der Insel wurde aufgesprengt und gewaltige Mengen von Magma wurden ausgestoßen, die entleerte Magmakammer stürzte in sich zusammen und wurde mit Meerwasser überflutet. Eine Caldera ( spanisch für Kessel )  entstand. Dieser Vulkanausbruch begrub wahrscheinlich die erste europäische Stadt unter Lava und Asche. Seit 1967 werden sehr gut erhaltene Überreste einer Stadt  nahe dem Dorf Akrotiri freigelegt. Man spricht sogar davon, daß Santorini das sagenhafte Atlantis war.Bis 1821 wurden die Kykladen von vielen Völkern erobert ( Goten, Slawen, Byzantiner, Venezianer ) danach vereinigten sie sich mit Griechenland und kämpften gegen die Türken. Das Santorini Archipel besteht heute aus 5 Inseln. Die Hauptinsel Santorini auch Thera genannt, Therissia und Aspronissi. Diese 3 Inseln sind die Bruchstücke  des ehemaligen Kraterrandes, fast ringförmig um die Inseln Palea Kameni ( alte Verbrannte ) und Nea Kameni ( neue Verbrannte ) gelegen.
    Die Hauptinsel Santorini misst von der äußersten Nordspitze bis zum Südzipfel nur ca. 17 km, während die Breite zwischen 1,3 km bis 6 km variiert. Die Fläche beträgt heute ca. 76 km² - hat eine Küstenlänge von 70 km und ungefähr 10.500 Einwohner. Fira  mit 2100 Einwohnern ist heute der Sitz der Inselverwaltung. Ein Charakteristikum der Kykladen, auch der Santorinis, sind die würfelförmig gebauten und weiß gekalkten Häuschen mit ihren Zisternen und die ebenfalls weiß gekalkten Kirchen mit blau getünchten Kuppeln. Diese Bauweise ergab sich aus der starken Sonneneinstrahlung! ( mehr als 3000 Sonnenstunden im Jahr !! ) Diese wunderschönen Häuschen stehen auf den bis zu 360m hohen Steilwänden des Kraterrandes – es werden aber auch Höhlenwohnungen und Häuser, Hotels samt Swimmingpool unmittelbar in die Kraterwände gebaut - welcher in allen erdenklichen Weiß- Grau- Rot- und Brauntönen schimmert.Lava, Bimsstein und Vulkanasche prägt die Insellandschaft. Die Inselbewohner leben nicht mehr vom Fischfang sondern vom Tourismus sowie vom Weinanbau.Die Reben werden ähnlich wie auf Lanzerote angebaut. Der höchste Berg der Insel ist der mit 567m hohe Profitis Ilias. Santorinis dunkle Strände liegen fast ausnahmslos an der offenen Meer zugewandten Ost und Südostküste.
    Vulkanismus auf Santorini:
    Die Inselgruppe von Santorini, Thirassia und Aspronissi sind die Reste, die nach dem letzten großen Vulkanausbruch vor 3.600 Jahren übrig geblieben sind. Diese Eruption fand in einer Zeit statt, zu der auf der Insel eine Gesellschaft mit einer glänzenden Kultur, ähnlich jener der minoischer Kultur auf Kreta, ihre Blütezeit erlebte. Die Insel war in der späten Bronzezeit ein durchgehendes Stück Land, das sich vom heutigen Faros bis nach Aspronossi erstreckte. Ein schmaler Kanal zwischen Faros und Aspronossi ermöglichte ein Einströmen des Meeres in die zentrale Caldera, in deren Mitte sich der Gipfel eines Unterseeischen Vulkans erhob, ähnlich jenem der heutigen Kameni Inseln.
    Seit dem katastrophalen Ausbruch 1645 v. Chr. quillt das dickflüssige Magma, das unter dem Vulkan im Inneren der Erde geblieben ist, von Zeit zu Zeit in der Mitte der gewaltigen, durch den Ausbruch erzeugten Caldera hervor. Er tritt in regelmäßigen Abständen sanft und langsam aus und lässt so die Inseln Palea und Nea Kameni entstehen. Von 1600 bis 197 v.Chr. strömte immer wieder Magma aus und schuf so unter Wasser einen gewaltigen Vulkankegel – die beiden Kameni Inseln. Die erste Aktivität über Wasser wird im Jahr 197 v.Chr. von dem bedeutenden griechischen Geographen Strabo beschreiben. Seit damals fanden bis heute 8 weitere Ausbrüche statt ( 46 – 47 n.Chr., 726, 1570 – 1573, 1707 – 1711, 1866- 1870, 1925 – 1928, 1939 – 1941, 1950 ), in deren Folge die Kameni Inseln, das jüngste vulkanische Land im östlichen Mittelmeer, in ihrer heutigen Form entstand. All diese Eruptionen verliefen sanft und verursachten für die Bewohner der Insel Thera keine schwerwiegenden Probleme. Seit dem letzten Ausbruch von Nea Kameni im Jahre 1950 befindet sich der Vulkan von Santorini im Zustand der Ruhe. Heiße Quellen, die an den verschiedenen Stellen der Inseln hervorsprudeln sowie Fumarole Tätigkeit ( Wasserdampf, Schwefeldämpfe und andere Gase in geringen Mengen ) am zentralen Krater Georgios zeugen noch von den Erdgewalten. Mineralische Thermalquellen gibt es an 4 Orten auf der Insel Santorinis. Im Kreis von Megalochori die „Altherma“ oder auch „Thermi“ genannt. Des weiteren gibt es noch die Quellen von „Plaka“ im selbigen Kreis. „Kokkina Nera“ in der gleichnamigen Gegend und schließlich „Anavitros“ im Ort Vlichada am Südende der Küste.Besonders beliebt bei Touristen ist die oben gezeigte Bucht bei Palea Kameni – die Eisenbucht. Sie fällt schon von weitem durch ihre rostbraune Farbe auf. Der Meeresboden in dieser seichten Bucht wird von einer 60 Zentimeter dicken Schlamm-Eisenschicht bedeckt außerdem sieht man in dem etwa 38 ° C  warmen Wasser Gasblasen aufsteigen.
    Der Kolumbos Vulkan:
    Kolumbos ist der andere Vulkan von Santorini dessen Krater unter dem Meeresspiegel liegt, etwa 20 km vom Kap Kolumbos entfernt. Er liegt auf der anderen Meeresseite. Eine heftige Eruption fand im Jahre 1650 n.Chr. statt. Dieser Explosion folgten Erdbeben, Tsunamis und Giftgase. Viele Gegenden bei Perissa und Kamari wurden überflutet. Die Detonation war bis zur Insel Chios zu hören, die kleinasiatische Küste wurde mit Asche bedeckt. Die Flutwelle erreichte sogar die Küste vom 120 km entfernten Kreta. Durch die giftigen Gase kamen ca. 52 Menschen auf Santorini ums Leben. Seit dem Ausbruch ruht der Vulkan. Allerdings macht er sich öfters durch Erdbeben bemerkbar. Das letzte Erdbeben erfolgte im Mai 2004 mit einer Magnitude von 4,8 auf der Richterscala.
    Erdbeben auf Santorini:
    Da bei Santorini die eurasische und die afrikanische Platte zusammenstoßen kommt es immer wieder sowohl zu Tiefbeben als auch zu Flachbeben. Die Tiefbeben stammen aus einer Tiefe von ca. 170 km und können große Flächen betreffen. Mehr lokaler Art sind die vulkantektonischen Beben, die aus einer geringeren Tiefe durch z.B. Veränderungen der Magmakammer entstehen. Um 1707 trafen starke Erschütterungen den Skaros Felsen. Er war bis dahin besiedelt. Heute ist dieser Fels stark zerklüftet. Nur noch Ruinen zeugen von seinem ehemaligen Glanz. Das letzte verheerende Beben traf Santorini am 9. Juli 1956. Im Abstand von ein paar Minuten erschütterten 2 heftige Erdstöße die Insel. Der erste Stoß erreichte eine Stärke von 7,7 auf der Richterscala – das Epizentrum lag bei der Insel Amorgos. Der zweite Stoß erreichte 7,2 auf der Richterscala – Epizentrum war bei der Insel Ios. Am schwersten betroffen waren die Orte bei Oia und Fira. Sie wurden fast vollständig zerstört. Heute kann man noch eine „Geister Stadt“ besichtigen. Das Dorf Messa Gonia ist seit dem Erdbeben von 1956 verlassen.Heute baut man auf Santorini erdbebensicher. Kein Haus darf mehr als 2 Stockwerke haben. Auch vor dem schweren minoischen Ausbruch 1645 v.Chr. erreignete sich höchstwahrscheinlich ein Erdbeben. Schwere Risse in den freigelegten Ruinen bei Akrotiri lassen dieses vermuten.
    Die Minoische Eruption:
    Als 1645 v.Chr. der Vulkan explodierte wurde eine gigantische Menge von sehr gasreichen Magma, ca. 30 Milliarden Kubikmeter, ausgeworfen. Bimsstein entstand so und feinste Asche. Ein großer Teil der feinen Asche wurde dabei in einer riesigen Wolke in bis zu 36 km Höhe in die Stratosphäre befördert. Man vermutet, dass durch die Aschepartikel und Gase in der Stratosphäre eine globale Klimaschwankung stattgefunden hat. Asche und Bimsstein vom minoischen Ausbruch findet sich noch heute im gesamten östlichen Mittelmeerraum. Sogar in den Eisschichten von Grönland ist Asche von Santorini nachzuweisen. Auf Santorini bedeckt eine bis zu 50m hohe weiße Bimssteinschicht die Inseln.
    Mesa Gonia ist ein altes Dorf auf Santorini, das nach dem verheerenden Erdbeben von 1956 (7.2 auf der Richterskala) verlassen wurde. ( Foto Sabine Dratwia )
    Mesa Gonia ist ein altes Dorf auf Santorini, das nach dem verheerenden Erdbeben von 1956 (7.2 auf der Richterskala) verlassen wurde. ( Foto Sabine Dratwia )
    So liegt der grösste Teil des Dorfs noch heute in Ruinen. Erst in neuster Zeit kehren einige zurück, um sich eine neue Existenz ufzubauen. So findet man vielerorts interessante Kontraste zwischen alt und neu. ( Foto Sabine Dratwia )
    So liegt der grösste Teil des Dorfs noch heute in Ruinen. Erst in neuster Zeit kehren einige zurück, um sich eine neue Existenz ufzubauen. So findet man vielerorts interessante Kontraste zwischen alt und neu. ( Foto Sabine Dratwia )
    Vom Flugzeug aus kann man die steilen Klippen sehr gut erkennen ... ( Foto Sabine Dratwia )
    Vom Flugzeug aus kann man die steilen Klippen sehr gut erkennen ... ( Foto Sabine Dratwia )