Lage und Ausdehnung
Sizilien liegt zwischen 36,6 und 38,3 Grad nördlicher Breite sowie zwischen dem Meridianen 12 und 15,7. Mit einer Fläche von 25708 km2 ist Sizilien die größte Insel im Mittelmeer. Sie ist von Italien Festland durch die 3km breite „Straße von Messina“ getrennt. Rund 5,1 Mill. Einwohner leben dort, mehr als ein drittel in den fünf Städten Palermo, Catania, Messina, Siracusa und Trapani.
Geologisch gehört Sizilien zu Eurasien und Afrika. Quer durch die Insel verläuft die Kontaktzone der Eurasischen und Afrikanischen Platte. An der Nahtstelle kommt es immer wieder zu Reibungen die heftige Erdbeben auslösen unter denen vor allem die südliche Hälfte Siziliens zu leiden hat. 1991 traf es zum Beispiel die Ortschaft Lentini und auch Anfang September 2002 bebte die Erde bei Palermo durch ein starkes Erdbeben im Tyrrhenischen Meer. An solchen Nahtstellen findet auch das Magma aus dem Erdinnern seinen Weg nach oben und eine Kette von Vulkanen entsteht: Ätna, Vulcano und Stromboli sind heute noch aktiv. Anderorts zeugen Fumerolen und Schwefelquellen von der vulkanischen Vergangenheit.
85 % der Insel bestehen aus Hügel, Bergen und Gebirgen. An der gesamten Nordküste erhebt sich ein langer Gebirgszug, der bei den Egadischen Inseln nochmals auftaucht und geologisch als Fortsetzung des italienischen Apennins gilt (durch das Zusammendrücken der Europäischen mit der Afrikanischen Erdplatte entstanden). Von Messina bis Termini Imerese hat dieses eine alpine Profil. Von Termini Imerese bis Trapani ist die Bergkette wesentlich aufgelockerter und wird von einzelnen Kalkmassiven wie dem Monte Pellegrino, der Zingaro-Bergwelt, und dem Monte Erice bestimmt.
An der Ostküste greift Europas höchster Feuerberg, der Ätna ( 3340m ), in die Wolken. Ebenfalls vulkanischen Ursprungs ist die karge Bergwelt der Monti Iblei im Südosten und die Liparischen Inseln. Zentralsizilien wird von einem weiten, bis zu 1000 Meter hohen Hügelland bestimmt, das zur Südküste hin sanft ausläuft. Flachland gibt es nur im äußersten Westen, an der Südküste und in der Ebene Piana di Catania. Das organisierte Verbrechen stellt für Touristen definitiv keine Gefahr dar. Vermutlich verdient die "Grande Familia" an Touristen via Hotels, Restaurants etc. viel Geld. Urlauber gelten deshalb als "heilige Kuh", die man keinesfalls durch Kleinkriminalität (Diebstahl etc.) verärgern will!
Klima:
An der über 1000 km langen Küste herrscht ein relativ ausgeglichenes, mediterranes Klima - die Nordküste ist etwas regenreicher. Die Temperaturen im Inland werden von einem wesentlich härteren Kontinentalklima bestimmt - heiße Sommer und kalte Winter! Der sizilianische Apennin und der Ätna haben ein Bergklima mit großen Temperaturschwankungen und Schnee in den Wintermonaten.
Vulkanismus auf Sizilien - Der Ätna (Mongibello – Berg der Berge)
Das Ätna Massiv weist eine Oberfläche von 1750 km2 , einen Durchmesser von 42 km und einen Basisumfang von 212 km auf. Er ist der jüngste Berg Siziliens und vor etwa einer Millionen Jahren aus einer breiten Meeresbucht aufgetaucht. Seit Beginn der geschichtlichen Aufzeichnungen – von Pindar und Aischylos (475 v.Chr.) stammen die ersten Beschreibungen des Vulkans – hat man an die 140 großen, lang anhaltenden Ausbrüche registriert. Die verheerendsten Katastrophen ereigneten sich in den Jahren 475 v.Chr., 396 v.Chr. und 36 v.Chr. sowie 1329 und 1669, als ganz Catania zerstört wurde. Beim starken Ausbruch 1928 wurde das Städtchen Mascali verwüstet. 1983 kamen die Lavamassen knapp vor der Ortschaft Nicolosi zum Stillstand, 1991/92 nahe Zafferana Etna. Damals gerieten einige Häuser und Gärten unter die Feuerwalze. Neuster schwerer Ausbruch ereignete sich 2001 als die Lavaströme das Touristengelände Sapienza bedrohte und auch überrollte.
Der Ätna, der ständig Rauch und Gase von sich gibt, bricht in aller Heftigkeit aus, wenn der Druck der Kontinente Afrika und Europa auf die glühende Masse im Erdinneren zu groß wird und diese in die Höhe presst. Dabei werden gewaltige Kräfte frei: der Hauptkrater, dessen Schlot bis in die Erdkruste reicht und die derzeit aktiven Nebenkrater (Bocca Nuova, Nordost bzw. Südostkrater) schleudern tausende Tonnen Lava und Asche hoch in die Luft.
Normalerweise hat die 800 bis 1200°C heiße Lava bei solchen Ausbrüchen Platz genug zum Auslaufen – sie fließt mit einer Geschwindigkeit von ein bis zwei Meter pro Stunde in einen riesigen Talkessel, das 8 km lange und 3 bis 5 km breite VALLE DEL BOVE (auch Ochsental genannt). Unangenehm können dagegen die kleinen Krater im Umkreis des Hauptkraters - in einer Höhe zwischen 2800 und 3000 m – sowie die mehr als 200 Seitenkrater werden, die plötzlich aufplatzen. Aus oft mehreren Kilometer langen Spalten dringt dann Lava aus, die zu einer wirklichen Bedrohung werden kann. Glücklicherweise ereignen sich solche Ausbrüche aber sehr selten. Im Durchschnitt wird etwa alle 150 Jahre eine Ortschaft vernichtet. Wann Ausbrüche erfolgen und wie lange sie dauern lässt sich nicht vorhersagen.
Rifugio Sapienza:
Ohne extreme Steigungen windet sich die Straße immer höher. Bis 500m Seehöhe herrscht am Ätna subtropisches Mittelmeerklima ( Südfrüchte, Gemüse, Kartoffeln ), dann fährt man durch die Zone des Weins - und Obstanbaus der ab etwa 1300m Kastanienwälder folgen, bis das Bild nach und nach von breiten Lavafeldern beherrscht wird. Ab rund 1900m wächst nur noch widerstandsfähiger Ätna-Ginster. Bis 2500m spricht man von der Kampfzone, in der eine niedrige Vegetation ( Moose, Gräser ) ums Überlegen ringt. Der Rest ist Stein – Lava.
Das Gelände vor dem Rifugio Sapienza ( 1911m ) ist der Haupt – und Tummelplatz aller Ätnabesucher, mit zahlreichen Andenkenläden und Restaurants. Von dort und bei wirklich schönem Wetter lohnt eine Seilbahnfahrt bis zu einer Höhe von 2600m – allerdings wurde die Seilbahn und auch die Station während des Ausbruches 2001 zerstört! Im Moment kann man per Jeep bis zum Torre del Filosofo auf 2917m hinauffahren. Kostet aber den stolzen Preis von 38 Euro!
Zafferana Etna, ( ca. 7300 Einwohner ) der Ort wo ich für die Woche lebte, liegt auf ca. 600 bis 700m am Hang vom Ätna.
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Der Ätna ist schon von weiten zu sehen, er entstand vor etwa 600.000 Jahren an der Ostküste Siziliens ( Foto Sabine Dratwia ) |  | 
Sabine in einer der vielen Nebenkrater. Der Ausstoß von Lava erfolgt meistens nicht über den Gipfelkratern, sondern an den Flanken des Bergkegels. ( Foto Sabine Dratwia ) |  | 
Im Laufe der Jahrtausende haben sich dadurch etwa 400 Nebenkrater gebildet wie zum Beispiel 1892 die Silvestri-Berge. ( Foto Sabine Dratwia ) |  | 
Viele Häuser wurden schon unter den Lavamassen vergraben, hier stehe ich gerade vor den Ruinen bei einem Haus Richtung Nicolosi. ( Foto Sabine Dratwia ) |

Der Ätna hat vier Gipfelkrater, den Hauptkrater, den direkt daneben liegenden Krater „Bocca Nuova“ von 1968 sowie den Nordostkrater von 1911 und den Südostkrater von 1979, die etwas abseits vom Hauptkrater liegen. ( Foto Sabine Dratwia ) |  | 
Der Aufstieg zum Krater des Ätna, dessen vulkanische Produkte eine Fläche von etwa 1.170 km² und ein Volumen von rund 530 km³ einnehmen, ist äußerst schwer. ( Foto Sabine Dratwia) |  | 
Vor 8.000 Jahren löste ein gewaltiger Erdrutsch am Ätna eine Katastrophe im Mittelmeer aus: Eine ganze Flanke des Vulkans sackte ins Meer ab und brachte Ablagerungen vor der Küste Siziliens ins Rutschen. Der dadurch ausgelöste Tsunami rollte durch das gesamte östliche Mittelmeer. Dabei verschwand ein großer Teil des Berges im Meer, und das Valle del Bove entstand. ( Foto Sabine Dratwia ) |  | 
Durch die relativ dünnflüssige Lava gibt es am Ätna eine unter den europäischen Vulkanen einmalige Erscheinung, die Lavagrotten. Besonders viele Lavagrotten gibt es an der Nordseite des Ätna, darunter die Grotta dei Lamponi mit einer Länge von fast einem Kilometer, die extrem verzweigte Grotta del Labirinto und die Grotta del Gelo. ( Foto Sabine Dratwia ) |