a) Hawaiianische und Spalteneruptionen b) Strombolianische Eruptionen c) Vulcanianische Eruptionen d) Plinianische Eruptionen e) Explosive Eruptionen Hawaiianische und Spalteneruptionen Die hawaiianische Ausbruchstätigkeit ist durch „gutmütige“ Eruptionen von sehr dünnflüssigen basaltischen Laven charakterisiert. Dabei können spektakuläre, mehrere hundert Meter hohe Lavafontänen und rotglühende Lavaströme auftreten. Durch diese Lavaergüsse bilden sich, bei häufigen Eruptionen aus einem zentralen Schlot, leicht abfallende kuppelförmige Berge, sogenannte Schildvulkane. Ein klassisches Beispiel ist der Mauna Loa auf Hawaii. Spaltenausbrüche unterscheiden sich von hawaiianischen Eruptionen dadurch, daß sich enorme Megen an dünnflüssiger Lava aus Spalten ergießen, die mitunter viele Kilometer lang sind. Bei dieser Art der Ausbruchstätigkeit fehlt ein zentraler Schlot, der für die klassischen Vulkanberge typisch ist. Die Lava breitet sich über weite Flächen aus, und es bilden sich große Lavaplateaus. Solche Plateaus sind in Indien oder Island beispielhaft anzutreffen. Strombolianische Eruptionen Strombolianische Ausbrüche wurden durch die Tätigkeit des Stromboli in Italien definiert. Sie sind durch den Auswurf von Schmelzprodukten, sogenannte Pyroklastite und durch Lavaströme charakterisiert. Diese vulkanische Tätigkeitsform zeigt somit über längere Zeiträume wechselnde Phasen von effusiven und explosiven Ausbruchsmechanismen. Es bilden sich Stratovulkane wie der Fujiyama oder der Ätna, die häufigste Form der großen Vulkanberge. Vulcanianische Eruptionen Vulcanianische Tätigkeit ist durch starke explosive Ausbrüche gekennzeichnet, die dunkle blumenkohlartig aussehende Aschewolken bilden, welche sich aus Wasserdampf, vulkanischen Gasen und festen Gesteinsfragmenten zusammensetzen. Nach der anfänglichen explosiven Phase produzieren vulkanianische Eruptionen träge zähflüssige Lavaströme. Durch den Wechsel von Asche- und Lavaschichten bilden sich Schicht- oder Stratovulkane mit steilen Flanken. d) Peléanische Eruptionen Die peléanische Ausbruchstätigkeit wurde nach dem Mont Pelée auf der Karibikinsel Martinique benannt, der im Jahr 1902 ausbrach, wobei 29 000 Bewohner der Hafenstadt St. Pierre den Tod fanden. Eruptionen dieses Typs sind sehr zerstörerisch, da sie heiße Aschelawinen erzeugen. Diese Glutwolken oder Nuées ardentes strömen mit Geschwindigkeiten von mehr als 100 Stundenkilometern die Flanken eines ausbrechenden Vulkans hinunter. Der untere, dichtere Bereich einer Glutwolke wird als pyroklastischer Strom oder Aschestrom bezeichnet. Sie bilden häufig weite Sedimentfächer um den Stratovulkan, dem sie entstammen. Die Kombination von zwei geomorphologischen Strukturen verdeutlicht, daß bei einem derartigen Vulkan mehrere Ausbruchsmechanismen stattfinden. Die sauren Laven sind bei peléanischer Tätigkeit zähflüssig und bilden oft Staukuppen beim Verlassen des Förderschlotes. Staukuppen sind rundliche, steilwandige Gesteinsdome aus zähflüssiger Lava, die sich nur geringfügig ausbreitet und über dem Vulkanschlot auftürmt. Dieses Material plombiert nicht selten die Förderschlote und schließt auch vulkanische Gase ein. Ihr Druck steigt, bis sie die Staukuppe explosionsartig zerstören. Dieser Prozeß kam sowohl beim Mont Pelée als auch bei Mount St. Helens im Jahre 1980 zum Tragen. Plinianische Eruptionen Vulkanismus des plinianischen Typs kennzeichnet überaus explosive Eruptionen, die dem Ausbruch des Vesuvs im Jahre 79 n. Chr. entsprechen. Plinianisch nannte man diese Ausbruchstätigkeit zu Ehren von Plinius dem Jüngeren, der den Ausbruch des Vesuvs beschrieben hat. Grundlegendes Merkmal ist der langanhaltende Ascheausstoß. Mächtige Decken aus Bims und Asche fallen zu Boden. Asche und vulkanische Gase gelangen hinauf bis in die Stratosphäre. Sie können dort Wetter und Klima beeinflussen. Zudem werden bei plinianischen Eruptionen pyroklastische Ströme erzeugt. Der Gasschub ist oft so heftig, daß große Bereiche des Gipfelkraters weggerissen werden. Gewaltige Eruptionen können gelegentlich auch so große Mengen an Magma aus dem Berg fördern, daß es in der Gipfelregion zu gewaltigen Einbrüchen, zu Calderen kommt. Explosive Eruptionen Explosive Eruptionen sind durch sehr große Gasmengen und einen hohen Druck während der Kraterbildung charakterisiert. Diese Ausbruchstätigkeit kommt sehr plötzlich und erschöpft sich in einer Explosion, welche die Gesteinsmassen über dem Herd durchschlägt. Dadurch werden Asche, Bomben und Blöcke unterschiedlichster Größe in die Luft geschleudert. Um den Explosionstrichter kann sich ein Wall aus pyroklastischen Produkten bilden. Solche Ausbrüche haben vielfach auf der Schwäbischen Alb und in der Eifel stattgefunden, wo sie durch die zahlreichen Maare vertreten sind. Der Schlot oder besser die Durchschlagsröhre der Gasvulkane, auch Diatrem genannt, ist ein röhrenartiges, fast senkrechtes Gebilde in der Erdkruste, das mit Brocken aus Nebengestein und vulkanischem Material aufgefüllt ist. Nach oben hin erweitert sich ein Diatrem oft trichterartig. In ihnen findet sich in Südafrika der Diamant führende Kimberlit, ein grünschwarzes bis dunkelblaugrünes vulkanisches Gestein. Im Anschluß an eine explosive Vulkaneruption kann es zum Zusammenbruch des Vulkans kommen. Den beckenförmigen Einbruchbereich nennt man Caldera. Calderen haben oft gewaltige Ausmaße. Ein Beispiel ist die 83 Quadratkilometer große Caldera von Santorin. Häufig entstehen in Calderen durch Verlagerung oder Verzweigung der Ausbruchskanäle neue Krater, die dann den verschiedensten Ausbruchmechanismen angehören können. Die Folge ist eine Verschachtelung von mehreren Vulkanformengenerationen. Bekannte Calderen sind der Caldera-Rest des Monte Somma am Vesuv, die Gipfelcaldera des Mauna Loa oder die Calderen der Azoreninseln. |
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